Über "Schöner morden mit dem Bundeslurch"

Der Krimibuchshop „Schöner morden mit dem Bundeslurch“ hat eine recht amüsante Entstehungsgeschichte. Während einer Diskussion über J. K. Rowling (eigentlich sind wir eher im Fantasy-Genre unterwegs) und ihre zugegebenermaßen diskussionswürdige Haltung zu Transgender-Personen geriet ich in den Fokus von Aktivisten der Transgender-Szene.

Man wollte, dass wir uns mit unserem Hauptportal, dem populären Bundesamt für magische Wesen, für die Positionen der Transgender-Lobby einsetzen und deren Meinungen 1:1 unhinterfragt übernähmen, denn „als weiße Cisse“ stünde es mir gar nicht zu, eine andere Meinung zu haben.

Nun bin ich der Ansicht, dass das tragische Schicksal, im – was das Geschlecht betrifft – falschen Körper geboren zu sein, jedwede Hilfe und Unterstützung bedarf, damit Transpersonen ein glückliches und erfülltes Leben führen können, denn das steht jedem Menschen zu.

Etwas ohne eigene Meinungsbildung zu übernehmen, das ist für mich damit nicht jedoch nicht verbunden. Und schon gar nicht die Meinung aggressiv auftretender Schrilletten aus der Gender-Szene.

Es kam wie es kommen musste – in den Augen der Translobby, queerfeministischen Shitstormtrooper und Gender-Schrilletten mutiert man solcherart automatisch zum homophoben Nazi (schon witzig, bin als Mann mit einem Mann verheiratet) sowie Frauenfeind und grillt Katzen in der Mikrowelle.

Mein Hinweis, eine Transperson müsse sich in der Literatur auch gefallen lassen, als Serienmörder, Opfer, Auftragskiller oder in welcher negativ wie positiv besetzten Rolle vom Yakuza bis zur Prostituierten aus dem Rotlichtmilieu auch wiederfinden können, löste bei den Gender- und Queeraktivisten Haß und Wutanfälle aus, denn das sei Diskriminierung und Transpersonen täten sowas nicht. Irgendwann werde ich mich einmal selber an das Schreiben eines Krimis setzen – das Exposé liegt schon fertig in der Schublade.

Man kennt das auch aus anderen Lobbygruppen und Bewegungen. Täter sind grundsätzlich Männer, Frauen tun so etwas nicht. Die Wahrheit ist aber, dass jeder und jede grundsätzlich zu allem fähig ist. Frauen können genauso sexistisch und widerlich sein wie Männer, kriminelle Netzwerke bilden, das Finanzamt hintergehen, Kinder und Jugendliche brutal ermorden und missbrauchen wie Männer dazu in der Lage sind.

Auch Krimis und Thriller sind dafür da, um diese Themen zu diskutieren

Nun bin ich als Autor und Verleger eher im Fantasygenre unterwegs, aber natürlich gehört gelegentlich auch ein Krimi zur abendlichen Entspannung. Gern in Gestalt britischer Krimis wie die Barnaby-Reihe oder Inspektor-Morse-Reihe, ebenso wie die amüsanten Münsteraner Tatortserie um Prof. Börne und Kommissar Thiel – ich mags eher gemütlich, mit brutalen Horror-Thrillern habe ich es eher nicht so. Die großartig geschrieben skandinavischen Krimis sind mir eher zu düster, wobei ich es mit Schnee und Kälte sowieso nicht so habe.

Auf unserem Server war noch Platz und flugs wurde dieser Onlinebuchshop mit dem Schwerpunkt Krimis und Thriller installiert.

Bei der Auswahl wurden gewisse Maßstäbe angelegt, so dass Sie hier „nur“ rund 30.000 Krimis und Thriller sowie das eine oder andere kriminalistische Sachbuch finden werden.

Selfpublisher, d.h. Autoren, die nicht bei einem Verlag publizieren, wurden grundsätzlich ausgeschlossen. Ohne Zweifel gibt es auch sehr gute Selfpublisher, aber die Ramschquote ist einfach zu hoch. Oder würden Sie hundert Datensätze kontrollieren, um dann schlussendlich zwei gute Bücher zu finden. Wohl kaum, es lohnt sich einfach nicht. Wenn schon beim Lesen des Klappentextes Rechtschreib- und Grammatikfehler en masse ins Auge springen – egal, an sowas verschwendet man keine Zeit.

Schöner morden stellt 30.000 Krimis von Verlagsautoren vor

Aber auch auf Verlagsseite ist nicht alles Gold, nur weil es aus einem Verlag stammt.

Bei der Durchsicht der Krimi-Dateien fiel so manches negativ auf. Sie werden bei nicht wenigen Buchtiteln in unserem Onlinebuchshop auf das Keyword „Verlag liefert Datenbankmüll“ stoßen. Das bedeutet, dass es sich durchaus um einen lesenswerten Krimi handelt, aber der Verlag bei der Auswahl der Schlagwörter, unter denen man diesen Krimi finden soll, so schlampig, dumm, faul und nachlässig mit diesen Daten umgegangen ist, dass es zum Himmel schreit. Manchmal hatte ich das Gefühl, der Verlag hätte Analphabeten und Legastheniker beschäftigt. Wir haben Unmengen von falsch geschriebenen Keywords korrigiert bzw. gelöscht.

Datenbankmüll bedeutet, dass der Verlag in den Schlag- oder Stichwörter Wörter und Begriffe unterbrachte, die dort nichts zu suchen haben. Dazu zählen der Titel des Buches, der Name des Autors, das empfohlene Lesealter, der gleiche Begriff in zig verschiedenen Variationen und vieles mehr. In der Buchbranche sollte man wissen, was dort hineingehört.

Autoren und Verlage, die ihr Buch mit Verweis auf andere populäre Titel verschlagworten wie „Bücher wie xy“ sind mir auch ziemlich suspekt. Auch die Menge macht es. Zehn, maximal fünfzehn Schlagwörter reichen aus. Und nicht fünfzig … Jedes unnötige oder sinnlose Schlagwort benötigt (unnötigen) Platz in der Datenbank, jede (unnötige) Abfrage generiert (unnötigen) Datenverkehr und verschlingt unnötigerweise Energie.

Nach der Bereinigung war die Datenbank dieses Buchshops ein knappes Gigabyte kleiner. Überlegen Sie einmal, was das hochgerechnet auf all die anderen Onlineshops bedeutet.

Wir legen Wert auf eine gute Beschreibung des Krimis, d.h. einen aussagekräftigen Klappentext, der kurz und knackig beschreibt, um was es geht. Ist es ein Serienmörder, der da aktiv ist? Ein englischer Krimi, vielleicht aus dem Genre Cosy Crime bzw. Landhauskrimi? Oder sind Geheimdienste wie der britische MI6 involviert? Ist es ein Küstenkrimi oder ein Kriminalroman aus dem viktorianischen England? Wurde ein Kind entführt? Was gibt es über die handelnden Hauptpersonen zu sagen, sind es weibliche Ermittler, ein kauziger Kommissar oder ein depressiver Ex-Kommissar, der in seiner Freizeit Orchideen züchtet. Solche und ähnliche Informationen gehören in die Beschreibung wie auch in die keywords. Begriffe wie „bester Krimi“ oder „Neuerscheinung“ oder gar „Buch“ und auch Verweise auf irgendwelche Bestsellerlisten wurden weitestgehend gelöscht, ebenso wie Namen anderer Autoren.

Für jeden Onlineshop ist es wichtig, dass für den Versand Maße angegeben werden, ebenso das Gewicht des Buches. Auch hier gilt, dass viele Verlage schlampig arbeiten.

Zunehmend gewinnen Autorenporträts an Bedeutung, denn Leser wollen oftmals wissen, welche Kompetenz der Autor des Buches mitbringt. Auch in der Krimiliteratur macht es einen Unterschied, mit und vor welchem Hintergrund ein Krimi geschrieben wird. Ebenso wollen Leser gern wissen, was ihr (Lieblings-)Autor sonst noch geschrieben hat.